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Buchankündigung
Aufbruch der zweiten Generation
von Pun Ngai, Ching Kwan Lee u.a.
Im September 2010 erscheint bei Assoziation A das Buch Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China mit Beiträgen von Pun Ngai, Ching Kwan Lee und anderen. Das Buch bietet Informationen und Analysen zur Situation und den Kämpfen der WanderarbeiterInnen in China.
Millionen WanderarbeiterInnen strömen seit den 1980er Jahren vom Land in die Städte, verrichten dort die harten, monotonen Niedriglohnarbeiten und bilden den Motor des Aufstiegs Chinas zur Fabrik der Welt. Die erste Generation, die in den 1980er und 1990er Jahren loszog, hatte wenige offensive Antworten auf ihr elendes Schicksal und bediente sich weitgehend individueller Widerstandsformen. Die zweite Generation, die in den 2000er Jahren erwachsen geworden und mit der Lohnarbeit angefangen hat, lässt sich dagegen immer weniger gefallen, was sich auch in der Streikwelle ab Mai 2010 zeigte.
Im ersten Teil des Buches bieten Beiträge chinesischer SozialwissenschaftlerInnen Einblicke in die Bedingungen und sozialen Kämpfe verschiedener Migrantengruppen: Pun Ngai und Lu Huilin (BauarbeiterInnen), Zhang Lu (AutomobilarbeiterInnen), Xue Hong (ElektronikarbeiterInnen), Zhang Xia (Lastenträger), Zheng Tiantian (Sexarbeiterinnen) und Yan Hairong (Hausangestellte).
Im zweiten Teil beschäftigt sich Ching Kwan Lee mit den sozialen Kämpfen seit Beginn der Reformpolitik 1978, die FreundInnen von gongchao schildern die diesjährige Streikwelle in der chinesischen Automobilindustrie und darüber hinaus und Pun Ngai und Chris Chan diskutieren die verschlungenen Wege des Klassendiskurses in China.
Aufbruch der zweiten Generation lässt aus unmittelbarer Nähe erkennen, wie Chinas neue ArbeiterInnen darum ringen, ihr Leben selbst zu bestimmen. Zugleich bereichert das Buch die theoretische Debatte um die Zusammensetzung einer neuen Arbeiterklasse, die (nicht nur) die chinesische Gesellschaft dramatisch verändern könnte.
China in der Krise: Grund zur Panik?
Der Beitrag zeichnet den Zusammenhang von Krise und Klassenkämpfen in den letzten drei Jahrzehnten in China nach und geht auf die Auswirkungen der aktuellen Weltwirtschaftskrise in China ein. (Eine gekürzte Fassung erschien im März 2009 in der Zeitschrift wildcat #83.) Mehr...
Interview mit Pun Ngai
Die Autorin von Made in China und Co-Herausgeberin von dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen spricht über die Lage und die Kämpfe der migrantischen Fabrikarbeiterinnen, ihre Haltung gegenüber Staatsgewerkschaften und Regierung, die Formierung einer Arbeiterklasse und einen neuen Klassendiskurs in China. (Das Interview erschien im Dezember 2008 in der Zeitschrift Grundrisse #28). Mehr...
dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen
von Pun Ngai und Li Wanwei (September 2008)
Seit den neunziger Jahren wandern in China Millionen junge Frauen vom Land in die Industriezonen an der Küste; dagongmei, arbeitende Schwestern, werden sie genannt. Sie stellen die Arbeitskraft der neuen globalen Fabrik, aber sie sind auch Subjekte der entstehenden größten Sozialbewegung der Welt. Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen aus Südchina haben in der Industriestadt Shenzhen Kontakt zu den dagongmei aufgenommen, sie in ihren Wohnheimen besucht und ihren Widerstand gegen Überarbeitung, Niedriglöhne und Gesundheitszerstörung unterstützt. Aus einem Interviewprojekt ist dieses Buch entstanden. Die Frauen erzählen von der Diskriminierung in der Familie auf dem Land, den Gefahren der Wanderung, den Bedingungen in den Wohnheimen und an den Fließbändern. Es wird deutlich, welch bittere Erfahrungen sie machen und wie sehr sie um ihren Raum und ihre Freiheit kämpfen müssen. Gegen arrangierte Ehen, despotische Vorgesetzte und ihren staatlichen Ausschluss aus der urbanen Gesellschaft finden sie trotz aller Probleme Wege des Widerstands. Sie erkämpfen sich ein neues Selbstbewusstsein als dagongmei, organisieren Demonstrationen und entwickeln ihre Macht in Streikbewegungen gegen das internationale Kapital. Mehr...
Unruhen in China
wildcat-Beilage (Dezember 2007)
中国 zhongguo, China. Neben den kitschigen Vorstellungen von Stäbchenessen, Kungfu und Kulturrevolution erscheinen uns die Skylines der neuen Metropolen, die reichen Kader und Fabrikbosse... und die Kehrseite: Abbruchbagger, Sweatshops und Bergwerkstote. Hinter all diesen Bildern steht ein tumultartiger Prozess sozialer Umwälzung und Neuzusammensetzung, eine Dynamik kapitalistischer Verwüstung und sozialer Kämpfe. Zwischen den Umschlagseiten des Heftes zu China werdet ihr auf viele Momente dieser Dynamik treffen. Das 闹 nao ist die Unruhe, der Lärm und Tumult. Es steht für die proletarischen Störenfriede, die AktivistInnen der Proteste und Revolten der Bauern und Arbeiterklassen gegen Enteignungen und Lohnraub, Ausbeutung und Vertreibung. Das 拆 chai malen die Abrisskolonnen in den Städten auf die alten Häuser, um den BewohnerInnen zu sagen, dass sie verschwinden müssen. Es bedeutet Demontage und Zerstörung nicht nur der Häuser sondern auch der alten sozialen Zusammensetzung. Diese Zerstörung und die Revolten, die eine neue soziale Kraft hervorbringen, stehen hier im Mittelpunkt. Mehr...


