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Neben der Dokumentation der Unruhen in China-Beilage der wildcat und des Materials zum dagongmei-Buch (siehe unten) stellen wir nun weitere Texte zur Situation in China zur Verfügung:
China in der Krise: Grund zur Panik?
Der Beitrag zeichnet den Zusammenhang von Krise und Klassenkämpfen in den letzten drei Jahrzehnten in China nach und geht auf die Auswirkungen der aktuellen Weltwirtschaftskrise in China ein. (Eine gekürzte Fassung erschien im März 2009 in der Zeitschrift wildcat #83.) Mehr...
Interview mit Pun Ngai
Die Autorin von Made in China und Co-Herausgeberin von dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen spricht über die Lage und die Kämpfe der migrantischen Fabrikarbeiterinnen, ihre Haltung gegenüber Staatsgewerkschaften und Regierung, die Formierung einer Arbeiterklasse und einen neuen Klassendiskurs in China. (Das Interview erschien im Dezember 2008 in der Zeitschrift Grundrisse #28). Mehr...
dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen
von Pun Ngai und Li Wanwei (September 2008)
Seit den neunziger Jahren wandern in China Millionen junge Frauen vom Land in die Industriezonen an der Küste; dagongmei, arbeitende Schwestern, werden sie genannt. Sie stellen die Arbeitskraft der neuen globalen Fabrik, aber sie sind auch Subjekte der entstehenden größten Sozialbewegung der Welt. Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen aus Südchina haben in der Industriestadt Shenzhen Kontakt zu den dagongmei aufgenommen, sie in ihren Wohnheimen besucht und ihren Widerstand gegen Überarbeitung, Niedriglöhne und Gesundheitszerstörung unterstützt. Aus einem Interviewprojekt ist dieses Buch entstanden. Die Frauen erzählen von der Diskriminierung in der Familie auf dem Land, den Gefahren der Wanderung, den Bedingungen in den Wohnheimen und an den Fließbändern. Es wird deutlich, welch bittere Erfahrungen sie machen und wie sehr sie um ihren Raum und ihre Freiheit kämpfen müssen. Gegen arrangierte Ehen, despotische Vorgesetzte und ihren staatlichen Ausschluss aus der urbanen Gesellschaft finden sie trotz aller Probleme Wege des Widerstands. Sie erkämpfen sich ein neues Selbstbewusstsein als dagongmei, organisieren Demonstrationen und entwickeln ihre Macht in Streikbewegungen gegen das internationale Kapital. Mehr...
Unruhen in China
wildcat-Beilage (Dezember 2007)
中国 zhongguo, China. Neben den kitschigen Vorstellungen von Stäbchenessen, Kungfu und Kulturrevolution erscheinen uns die Skylines der neuen Metropolen, die reichen Kader und Fabrikbosse... und die Kehrseite: Abbruchbagger, Sweatshops und Bergwerkstote. Hinter all diesen Bildern steht ein tumultartiger Prozess sozialer Umwälzung und Neuzusammensetzung, eine Dynamik kapitalistischer Verwüstung und sozialer Kämpfe. Zwischen den Umschlagseiten des Heftes zu China werdet ihr auf viele Momente dieser Dynamik treffen. Das 闹 nao ist die Unruhe, der Lärm und Tumult. Es steht für die proletarischen Störenfriede, die AktivistInnen der Proteste und Revolten der Bauern und Arbeiterklassen gegen Enteignungen und Lohnraub, Ausbeutung und Vertreibung. Das 拆 chai malen die Abrisskolonnen in den Städten auf die alten Häuser, um den BewohnerInnen zu sagen, dass sie verschwinden müssen. Es bedeutet Demontage und Zerstörung nicht nur der Häuser sondern auch der alten sozialen Zusammensetzung. Diese Zerstörung und die Revolten, die eine neue soziale Kraft hervorbringen, stehen hier im Mittelpunkt. Mehr...

